
Am 16. April 2026 verkündete der Europäische Gerichtshof sein Urteil im Verfahren C-440/23 und stellte damit klar, dass das EU-Recht Deutschland nicht daran hindert, Online-Casino-Spiele, virtuelle Automatenspiele sowie bestimmte Wettformen zu verbieten, um das Spiel in regulierte Bahnen zu lenken und illegale Märkte einzudämmen. Das Gericht bestätigte die Nichtigkeit von Verträgen mit nicht lizenzierten Anbietern und eröffnete Spielern die Möglichkeit, über zivilrechtliche Ansprüche nach §§ 134 und 812 ff. BGB verlorene Einsätze zurückzufordern, ohne dass diese Ansprüche als missbräuchlich gelten, selbst gegenüber maltalizenzierten Betreibern. Tausende anhängige Rückforderungsklagen in Deutschland für Verluste vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erhalten dadurch zusätzliche rechtliche Unterstützung.
Das Verfahren C-440/23 hatte sich mit der Frage beschäftigt, ob nationale Verbote im Bereich des Online-Glücksspiels mit europäischen Grundfreiheiten vereinbar sind. Der EuGH prüfte dabei die deutsche Praxis, Verträge mit nicht lizenzierten Anbietern für nichtig zu erklären und Spielern Rückforderungsansprüche zuzugestehen. Beobachter notierten, dass das Gericht die Ziele des Verbraucherschutzes sowie der Kanalisierung des Spielangebots in regulierte Strukturen als legitime Rechtfertigungsgründe anerkannte. Die Entscheidung stützt sich auf eine Abwägung zwischen Dienstleistungsfreiheit und mitgliedstaatlichen Schutzinteressen, wobei die Richter die Notwendigkeit einer effektiven Bekämpfung illegaler Angebote hervorhoben.
Spieler können nun gestützt auf die Nichtigkeit von Verträgen mit nicht autorisierten Plattformen nach §§ 134 und 812 ff. BGB Einsätze zurückverlangen. Das Urteil stellt ausdrücklich klar, dass solche Ansprüche nicht als rechtsmissbräuchlich eingestuft werden dürfen, auch wenn die Anbieter über eine maltesische Lizenz verfügten. In der Praxis bedeutet dies, dass Gerichte in Deutschland die Rückforderungsklagen weiterhin zulassen und bearbeiten können, ohne europarechtliche Hürden befürchten zu müssen. Zahlreiche Verfahren, die vor 2021 entstanden waren, erhalten dadurch neue Perspektiven für einen erfolgreichen Abschluss.
Der Glücksspielstaatsvertrag, der seit 2021 in Kraft ist, hatte bereits versucht, den Markt durch Lizenzierung und Regulierung zu ordnen. Das EuGH-Urteil vom April 2026 bestätigt nun rückwirkend die rechtliche Grundlage für Maßnahmen gegen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Experten beobachteten, dass die Entscheidung die Position der Bundesländer stärkt, wenn sie gegen illegale Angebote vorgehen. Gleichzeitig erhalten Spieler, die vor der neuen Regelung Verluste erlitten hatten, eine klare Rechtsgrundlage für ihre Forderungen.

Bis Juni 2026 haben mehrere deutsche Gerichte bereits auf das EuGH-Urteil Bezug genommen und anhängige Klagen entsprechend bearbeitet. Anwälte berichten von einer Zunahme eingereichter Rückforderungsansprüche, die nun mit größerer Aussicht auf Erfolg verfolgt werden können. Die Pressemitteilung Nr. 53/26 des EuGH, die das Urteil zusammenfasst, steht unter diesem Link zur Verfügung und enthält die wesentlichen Leitsätze der Entscheidung. Behörden und Verbraucherschutzorganisationen nutzen die Klarstellung, um Betroffene über ihre Möglichkeiten zu informieren.
Nicht lizenzierte Betreiber sehen sich mit einer erhöhten Zahl zivilrechtlicher Forderungen konfrontiert. Verträge, die vor der Regulierung geschlossen wurden, bleiben weiterhin nichtig, sodass Spieler ihre Einsätze zurückfordern können. Maltalizenzierte Anbieter, die in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis tätig waren, können sich nicht mehr auf europarechtliche Schutzargumente berufen. Die Entscheidung schafft damit ein einheitliches rechtliches Umfeld für alle laufenden und künftigen Verfahren in diesem Bereich.
Das Urteil des EuGH vom 16. April 2026 hat die deutsche Rechtslage zum Online-Glücksspiel bestätigt und Spielern zusätzliche Instrumente an die Hand gegeben, um verlorene Einsätze zurückzufordern. Die Nichtigkeit von Verträgen mit nicht lizenzierten Anbietern sowie die Möglichkeit zivilrechtlicher Ansprüche nach dem BGB wurden europarechtlich abgesichert. Bis Juni 2026 zeigen sich erste Auswirkungen in der gerichtlichen Praxis, wo anhängige Fälle unter Berücksichtigung des neuen Urteils entschieden werden. Die Entscheidung trägt dazu bei, die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags 2021 auch rückwirkend zu stärken und den Schutz der Spieler vor nicht regulierten Angeboten zu verbessern.