
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in einem wegweisenden Urteil festgestellt, dass Online-Spieler in Deutschland Schadensersatz von Betreibern verlangen können, wenn die Wetten zum Zeitpunkt ihrer Platzierung im Heimatland illegal waren, und diese Möglichkeit bleibt auch nach der Liberalisierung der Gesetze im Jahr 2021 bestehen, während sie den Weg für zivilrechtliche Rückforderungsklagen von Einsätzen ebnet.
Beobachter haben bereits seit Längerem auf solche Entwicklungen hingewiesen, denn die Entscheidung betrifft vor allem nicht lizenzierte Anbieter von Online-Casinos und Wettplattformen, die in der Vergangenheit ohne gültige Erlaubnis in Deutschland tätig waren, und sie schafft klare rechtliche Grundlagen für laufende Erstattungsansprüche von Spielern, die Verluste erlitten haben.
Die Richter in Luxemburg prüften den Fall eines deutschen Spielers, der bei einem ausländischen Anbieter Wetten platziert hatte, während solche Aktivitäten noch unter strengen nationalen Beschränkungen standen, und sie kamen zu dem Schluss, dass Verbraucherschutzvorschriften der EU auch dann greifen, wenn nationale Regelungen später geändert werden, sodass die ursprüngliche Illegalität der Transaktionen nicht nachträglich aufgehoben wird, sondern als Grundlage für zivilrechtliche Ansprüche dienen kann.
Experten aus dem Bereich des EU-Rechts erklären, dass diese Auslegung auf der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken beruht, während gleichzeitig die nationale Umsetzung in Deutschland berücksichtigt wird, und so entsteht ein Rahmen, in dem Spieler ihre Einsätze zurückfordern können, ohne dass die 2021 eingeführte Regulierung rückwirkend alle früheren Ansprüche ausschließt.
Spieler, die zwischen 2015 und 2021 bei nicht autorisierten Plattformen verloren haben, erhalten nun eine rechtliche Handhabe, um ihre Verluste geltend zu machen, und diese Möglichkeit erstreckt sich auf alle Bundesländer, in denen die damaligen Gesetze Wetten ohne Lizenz untersagten, während Betreiber ohne deutsche Erlaubnis mit einer steigenden Zahl von Klagen rechnen müssen.
Statistiken aus dem regulierten Markt zeigen, dass die Ausgaben bei lizenzierten Anbietern 77 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen, doch die verbleibenden Anteile stammen oft aus der illegalen Phase, und daher könnten Rückforderungen diese Aufteilung weiter verschieben, während Gerichte in den kommenden Monaten über konkrete Fälle entscheiden.

Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 eine einheitliche Lizenzierung eingeführt, die Online-Casinos und Sportwetten unter staatliche Aufsicht stellt, und dennoch bleibt die Illegalität früherer Aktivitäten für zivilrechtliche Zwecke relevant, weil der EuGH ausdrücklich betont, dass nachträgliche Legalisierungen keine Amnestie für vorangegangene Verstöße darstellen.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Entscheidung an ein Verfahren anknüpft, das unter der Aktenzeichen C-440/23 diskutiert wurde, und sie verweist auf die DW-Berichterstattung zu diesem Fall, wo detaillierte Hintergründe zur Klage eines betroffenen Spielers erläutert werden, während weitere Verfahren in nationalen Gerichten folgen könnten.
In Juni 2026 zeichnet sich ab, dass mehrere hundert Klagen auf Rückerstattung bereits bei deutschen Amtsgerichten eingereicht wurden, und diese Fälle stützen sich direkt auf die EuGH-Argumentation, wonach Betreiber haften, wenn sie ohne Lizenz agierten und Verbraucher nicht ausreichend über die Rechtslage informierten, sodass die Spieler ihre Einsätze zurückerhalten können.
Die betroffenen Anbieter, die hauptsächlich aus Malta oder anderen EU-Staaten operierten, müssen nun prüfen, ob sie sich gegen diese Ansprüche verteidigen oder Vergleiche anstreben, während Verbraucherschutzorganisationen die Spieler bei der Durchsetzung unterstützen, und so entsteht ein neues Kapitel in der Auseinandersetzung um illegale Glücksspielangebote.
Das Urteil des EuGH schafft damit eine klare Linie zwischen der historischen Illegalität und der aktuellen Regulierung, und es ermöglicht es Betroffenen, ihre Rechte auch Jahre später geltend zu machen, während die Branche sich auf weitere rechtliche Klärungen vorbereitet, die in den nächsten Monaten erwartet werden. Die Verlinkung zur ausführlichen Berichterstattung findet sich hier: ECJ ruling in relevant case (e.g., implications of case C-440/23 context). Daten aus dem ersten Quartal 2026 deuten darauf hin, dass die regulierten Wetteinsätze 3,84 Milliarden Euro erreichten, und diese Zahlen könnten durch Rückforderungen beeinflusst werden, falls weitere Klagen Erfolg haben.